Triberg Expertin warnt vor sorglosem Spiel mit Drogen

Jennifer Müller vom Baden-Württembergischen Landesverband spricht mit
Jugendlichen über Suchtgefahr und Auswege

Auch in ländlichen Regionen ist auf Veranstaltungen „Saufen bis der Arzt kommt“
ein Thema geworden. Doch wohin wendet man sich, wenn Mitschüler, Kollegen oder
Freunde betroffen sind“ Was kann man tun, wenn jemand plötzlich zusammenbricht“

Jennifer Müller vom Baden Württembergischen Landesverband (BWLV) für Prävention
besucht aus diesem Grund die Gemeinden, gibt Vorträge und kommt mit den
Jugendlichen ins Gespräch. Auch in Triberg nutzte sie die Gelegenheit, ihrem
Publikum die Tücken und Gefahren zu verdeutlichen.

Das große Jammern komme einige Stunden nach der Feier. Von Übelkeit gepeinigt,
erklärte schon so manch Betroffener, nie wieder so viel zu trinken und schon gar
nicht mehr so viel zu rauchen. Die Schadenfreude der anderen ist hier recht
groß. Doch das „voll laufen lassen“ ist mittlerweile pure Absicht.

Die Hemmschwelle sinke und bei einigen nehme der Hang zu Gewalt und
Sachbeschädigungen stark zu. Dabei ist den Betroffenen laut Müller nicht richtig
bewusst, welche Folgen und Auswirkungen der übermäßige Genuss von Alkohol und
Zigaretten mit sich bringt. Immer häufiger höre man auch vom Alkoholmissbrauch
oder den gefährlichen „K.O.-Tropfen“.

„Schon allein das Wort Vortrag schreckt leider viele Jugendliche ab, ich arbeite
gerne in kleinen Gruppen, um den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, mich
kennen zu lernen und über den Umgang mit diesen Suchtmitteln zu sprechen“,
erklärt Jennifer Müller von der BWLV aus Villingen.

Bei ihren Gesprächen demonstriert sie mit einer Rauschbrille die eingeschränkte
Sicht eines Alkoholisierten. Die Expertin kann mit einem Quiz und Spielen in der
Gruppe viel zu diesem ernsten Thema auf spielerische Art erklären. Dabei sind
die Jugendlichen immer wieder überrascht, welche Folgen der Missbrauch von
Alkohol, Tabak und Drogen im Alltag nach sich zieht.

„Wichtig ist mir auch, dass die Jugendlichen erfahren, dass die Gespräche mit
der Beratungsstelle der Schweigepflicht unterliegen“, sagt Jennifer Müller. Im
Jugendraum in der Triberger Grund- und Hauptschule begrüßt sie einige
interessierte Jugendliche und stellt sich und ihre Arbeit vor. „Es soll kein
Vortrag heute stattfinden, mehr ein Kennenlernen und ich hoffe, ein paar gute
Gespräche mit euch zu führen. Ich möchte euch schließlich nicht langweilen“,
sagt sie an die Anwesenden gerichtet. Müller steht mit Sabine Klittich, die
derzeit den Jugendraum betreut in Verbindung und bietet an, auch die Themen
Alkohol, Zigaretten und andere Suchtmittel in Triberg zu behandeln.

Jennifer Müller verteilt Visitenkarten und bietet den Jugendlichen jederzeit
Hilfe in Notsituationen an. „Zögert nicht wenn ihr Fragen habt, oder euch Sorgen
um Kollegen macht.“

Südkurier, 19.05.2012
http://www.suedkurier.de/region/schwarzwald-baar-heuberg/triberg/Expertin-warnt-vor-sorglosem-Spiel-mit-Drogen;art410964,5514197

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zur Werkzeugleiste springen