Ist Salvia divinorum eine Coleus-Spezies?

Dieser kurze Text stellt die Frage in den Raum, ob es sich bei Salvia divinorum vielleicht um eine Coleus-Art handelt. Auffällig sind allem voran die viereckigen Stengel, welche bisher weder bei einer anderen Salbeiart noch bei irgendeiner anderen Pflanze entdeckt werden konnten. Auch die pharmakologischen Effekte ähneln sich, wenngleich diese bei der Salvia divinorum ungleich potenter sind als bei den Buntblatt-Spezies.

Gemeinsamkeiten:

Morphologisch:

✧ Blütenstand

✧ viereckiger, quadratischer Stengel

Sonstige:

✧ Wirkung und Geschmack gerauchter Blätter

Historisch:

✧ „Geschwisterschaft“ zwischen S. divinorum und Coleus spp.

Was spricht dagegen?

Untypisch ist die enorme Größe der Blätter sowie deren Aussehen: Salvia hat keine oder nur unscheinbare Zacken. Dass Salvia divinorum ausschliesslich grüne Blätter hat, ist an sich kein Grund, gegen eine Zugehörigkeit zur Gattung Coleus zu stimmen. Zahlreiche Coleus-Kultivare (z.B. die Hyridform „Between the Lines“) tragen ebenso nur grünes Blattwerk. Die Hybriden „Batique Fetish“ und „Beet- Greens“ sind zwar bunt, doch haben die Blätter dieser Kreuzungen eindeutig Ähnlichkeit mit denen der Salvia divinorum.

Stimmen:

Salvia divinorum enthält ein Diterpen, Salvinorin. Manche Coleus-Spezies sollen angeblich ähnliche Komponenten enthalten, das ist aber bisher unbestätigt (…).“ (Pendell 1995) „Ich bin fasziniert von der Idee, dass Coleus pumila vielleicht mit Salvia divinorum verwandt ist. (…) Es gibt einen sehr vagen Tripreport mit Coleus blumei, aber dieser schien nicht gerade Salvia-ähnlich ausgefallen zu sein.“ http://www.lycaeum.org/ forums/plants/Messages/7.html Eindeutigere Bioassays finden sich im Artikel „Die Gattung Coleus“. Sicherlich ist künftig auf dem Gebiet der Salvia- und Coleus-Arten noch viel Forschungsarbeit von nöten.

Weitere Literatur

Pendell, Dale (1995), Pharmako/Poeia – Plant Powers, Poisons, and Herbcraft, San Francisco: Mercury House

© Markus Berger
mit freundlicher Genehmigung von Hartwin Rhode „Entheogene Blätter“

 

 

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