12 Punkte, die bei einem legalen Anbaubetrieb zu beachten sind – Teil 2

Legalen Anbaubetrieb Wie richtet man einen gut geführten, professionellen Anbaubetrieb ein, der nur das allerbeste (medizinische) Cannabis produziert? Wenn sich hier jemand auskennt, dann ist es James Burton, und im Sensi-Seeds-Blog lüftet er seine Geheimnisse.

12 points to consider in a legal growing operation - Sensi Seeds blog

Auch 2016 sind wir auf dem richtigen Weg! Hoffentlich wird dieses Jahr genau so gut oder sogar noch besser als 2015, was die Entkriminalisierung und Legalisierung von Cannabis betrifft. Uruguay richtet derzeit staatlich kontrollierte Anbaubetriebe ein, und in Colorado, Washington, Alaska und Oregon sind solche Betriebe ebenfalls im Entstehen. In den Niederlanden möchten mehrere Städte ebenfalls ihren eigenen Cannabisanbau starten, um dem organisierten Verbrechen damit einen Riegel vorschieben und Qualitätskontrollen für den Cannabishandel einführen zu können.

Aber wie richtet man einen gut geführten, professionellen Anbaubetrieb ein, der nur das allerbeste (medizinische) Cannabis produziert? Wenn sich hier jemand auskennt, dann ist es James Burton, und im Sensi-Seeds-Blog lüftet er seine Geheimnisse.

In Teil 1 hat sich Burton hauptsächlich mit Fragen des Standorts, der Sicherheit und der Mitarbeiter befasst. In diesem Teil vermittelt er uns Informationen über das Anbauverfahren. Verpassen Sie auch nicht Teil 3, in dem James Burton uns u. a. sagen wird, wie man den THC-Gehalt der angebauten Pflanzen um 5 bis 15 % steigern kann. Für Burtons legalen Anbaubetrieb SIMM wurde dies bereits von der unabhängigen Forschungsorganisation TNO geprüft und dokumentiert.

Teil 2 einer 3-teiligen Serie

Alle Prozesse und Verfahren, die sich auf die Qualität des Endprodukts auswirken können, müssen dokumentiert werden. Es ist wichtig, auch ungewöhnliche Ereignisse in der Wachstumsperiode in dieses Dokumentationsverfahren aufzunehmen, wenn sie Einfluss auf die chemische Zusammensetzung des Cannabis haben können, wie beispielsweise extreme Wetterbedingungen oder das Auftreten von Schädlingen und Krankheiten, insbesondere während der Ernteperiode.

Für das angebaute Cannabis müssen ebenfalls alle Verfahrensschritte dokumentiert werden, einschließlich des Anbaustandortes. Es müssen Betriebstagebücher geführt werden, aus denen sich ergibt, welche Pflanzen an diesem Standort vorher angebaut und welche Pestizide eingesetzt worden sind. Ein wesentlicher Punkt ist auch die Dokumentation des Typs, der Menge und des Datums der Ernte, ebenso die Dokumentation aller Chemikalien und sonstigen Substanzen, die während der Produktion eingesetzt wurden, wie z. B. Düngemittel und Pestizide. Auch Böden, Bodenzusätze und die Bewässerung müssen erfasst werden.

Die genaue Lage des Erntegebiets und die Erntezeit müssen so genau wie möglich beschrieben werden. Alle Erntemengen aus den so bezeichneten Gebieten müssen unzweideutig und fehlerfrei durch eine Batch-Nummer gekennzeichnet werden. Die Vergabe der Batch-Nummern muss bereits zu einem frühen Zeitpunkt erfolgen. Jede Pflanze benötigt von Anfang an eine Scan-Nummer, mit der die Entwicklung dieser Pflanze verfolgt werden kann.

Die Produktionsrichtlinien und Standard-Betriebsverfahren (Standard Operating Procedures – SOPs) müssen schriftlich festgehalten werden, und außerdem muss dokumentiert werden, dass Anbau, Ernte und Produktion genau nach den Vorgaben dieser Richtlinien erfolgt sind.

Alle Prozesse und Verfahren, die sich auf die Qualität des Endprodukts auswirken können, müssen dokumentiert werdenAlle Prozesse und Verfahren, die sich auf die Qualität des Endprodukts auswirken können, müssen dokumentiert werden

Die Ergebnisse von Audits müssen in einem Auditbericht dokumentiert werden (mit Kopien aller Dokumente, Anbauberichte und Analyseberichte). Diese Unterlagen müssen mindestens 10 Jahre aufbewahrt werden.

Aber dies beschränkt sich nicht nur auf das Produkt. Auch alle Abfälle, einschließlich der Schnittabfälle, müssen gewogen und dokumentiert werden. Das Gewicht des geschnittenen Pflanzenmaterials (in Kilo), das jeder Mitarbeiter erzeugt hat, muss ebenso dokumentiert werden wie das Gewicht der Schnittgutabfälle, die jeder Mitarbeiter verursacht.

Der Pflanzenmanager hat die Aufgabe, alle Dokumente auszufüllen, die für die SKAL (eine Stiftung zur Zertifizierung biologischer Anbaubetriebe in den Niederlanden, überwacht vom Ministerium für Landwirtschaft) benötigt werden.


Das Saatgut muss botanisch überprüft werden, sodass Gattung, Art, Sorte/Kultivar/Chemotyp und Herkunft nachverfolgbar sind. Dasselbe gilt für vegetativ vermehrte Cannabispflanzen. Das Saatgut und/oder die vegetativ vermehrten Cannabispflanzen, die für eine Bio-Produktion verwendet werden sollen, müssen als biologisch zertifiziert sein. Das Pflanzenmaterial muss weitestgehend frei von Schädlingen und Krankheiten sein, um ein gesundes Wachstum der Pflanzen zu gewährleisten. Vorzugsweise sollten resistente oder schädlingstolerante Sorten verwendet werden.

Das Vorhandensein abweichender Arten, Varietäten oder abweichender Pflanzenteile muss während des gesamten Produktionsverfahrens kontrolliert und jede derartige Verfälschung nach Möglichkeit vermieden werden. Der Einsatz genetisch veränderter Cannabispflanzen oder -samen darf nur entsprechend den nationalen Vorschriften erfolgen. Alle Klone und Sämlinge müssen die Batch-Nummer ihrer Mutter tragen, ferner das Datum des Anbaubeginns, die neue Batch-Nummer und eine individuelle Nummer. Diese Daten müssen erfasst und in den offiziellen Berichten gespeichert werden.

Unser Betrieb SIMM hat auch ein Cannabis-„Kochbuch für einige der SIMM-Klone erstellt. Die Idee war, dass Züchter unsere Klone verwenden und dann einfach den Anweisungen des Buches folgen, um in etwa das gleiche Produkt zu erzielen, das wir mit diesen Klonen herstellen. Das Buch war recht detailliert, mit Abbildungen, Tabellen und Messwerten.

Das Saatgut muss botanisch überprüft werdenDas Saatgut muss botanisch überprüft werden


Es kommen unterschiedliche Standardverfahren in Frage, je nachdem, ob man einen konventionellen oder einen biologischen Anbau betreiben möchte. Stets einzuhalten sind die Grundprinzipien einer ordnungsgemäßen landwirtschaftlichen Betriebsführung. Hier einige Punkte, die zu beachten sind:

  • Sie müssen geprüfte Bodensubstrate und Zusatzstoffe mit entsprechendem Qualitätssiegel verwenden.
  • Alle Anbauverfahren müssen die GAP-Regeln (Good Agricultural Practices – ordnungsgemäße landwirtschaftliche Betriebsführung) und die GMP-Regeln (Good Manufacturing Practices – gute Herstellungspraxis) einhalten.
  • Cannabispflanzen dürfen nicht in Erde gezogen werden, die mit Klärschlamm, Schwermetallen, Reststoffen, Pflanzenschutzmitteln oder anderen Chemikalien kontaminiert ist. Alle für den Anbau oder Schutz der Pflanzen eingesetzten Chemikalien müssen auf ein Minimum reduziert und dokumentiert werden.
  • Die Bodentemperatur muss ebenfalls überwacht und dokumentiert werden.
  • Tierische Ausscheidungen müssen vollständig kompostiert und frei von menschlichen Ausscheidungen sein.
  • Alle Böden müssen regelmäßig getestet werden, bevor darauf Pflanzen angebaut werden, ebenso nach der Ernte.
  • Alle anderen Düngemittel dürfen nur sparsam und entsprechend dem Nährstoffbedarf der jeweiligen Sorte eingesetzt werden. Düngemittel müssen so aufgebracht werden, dass möglichst wenig davon ins Grundwasser ausgewaschen wird.
  • Sie müssen für alle eingesetzten Böden und Produkte über Analysezertifikate verfügen.
  • Die Bewässerung muss kontrolliert und entsprechend dem Bedarf der Cannabispflanze durchgeführt werden.
  • Das für die Bewässerung verwendete Wasser muss den nationalen Qualitätsstandards entsprechen.
  • Das Wasser muss auf Chemikalien, Bakterien und Pilze getestet und analysiert worden sein.
  • Der Feuchtigkeitsgehalt des Bodens muss überwacht und dokumentiert werden.
  • Sowohl die Pflanzen als auch die Töpfe müssen mit Kennzeichen versehen sein, die gescannt werden können.

Der Einsatz von Pestiziden muss so weit wie möglich vermieden werden. Ist er nicht zu vermeiden, dürfen nur zugelassene Pflanzenschutzmittel in einer Menge verwendet werden, die der effektiven Mindestkonzentration entspricht. Die Empfehlungen des Herstellers und der Zulassungsbehörden sind einzuhalten. Der Einsatz darf nur durch qualifizierte Mitarbeiter und mit zugelassenen Gerätschaften erfolgen. Die Mindest-Zeitabstände zwischen der Behandlung und der Ernte müssen entsprechend den Empfehlungen des Herstellers des Pflanzenschutzmittels eingehalten werden. Die nationalen Regelungen über maximale Reststoffkonzentrationen sind einzuhalten.

Nach meiner Meinung sollte ein Betrieb auch über eine gültige SKAL-Registernummer verfügen.


Die Mitarbeiter müssen Schutzkleidung tragen (Foto: Jock Fistick)Die Mitarbeiter müssen Schutzkleidung tragen (Foto: Jock Fistick)

Bei SIMM werden die Pflanzen vor der Ernte an drei aufeinander folgenden Tagen abgewaschen, um Staub, Fremdstoffe und Insekten zu entfernen. Es wird ein Pflanzenmanager benannt, der das geerntete Cannabis identifiziert und verifiziert sowie die Erntemitarbeiter beaufsichtigt.

Die Ernte muss nach den Vorgaben der jeweils geltenden GAP-Regeln und GMP-Regeln durchgeführt werden. Die Erntemethoden dürfen die Anbauumgebung nicht schädigen, damit auch für die nächste Pflanzengeneration optimale Wachstumsbedingungen gesichert sind.

Alle Scan-Kennzeichen müssen gescannt und zusammen mit weiteren Daten gespeichert werden, wozu Zeit, Standort und weitere Angaben zählen.

Die Abfälle müssen gewogen, dokumentiert, zerkleinert und in einem verschlossenen Abfallcontainer aufbewahrt werden. Der Container sollte einmal täglich mit Wasser besprüht werden, um die Kompostierung des Pflanzenmaterials zu beschleunigen.

Cannabis darf nur unter bestmöglichen Bedingungen geerntet werden, ohne Kontakt zu nasser Erde, Schimmel oder extrem hoher Luftfeuchtigkeit. Erfolgt die Ernte unter feuchten Bedingungen, muss eventuell nachteiligen Effekten auf das Cannabis durch den erhöhten Feuchtigkeitsgehalt begegnet werden.

Die Schneide- bzw. Erntegeräte müssen so eingestellt werden, dass eine Kontamination durch Bodenpartikel auf ein Minimum begrenzt wird.

Das geerntete Cannabis darf nicht in direkten Kontakt zum Boden geraten. Es muss sofort aufgenommen und trocken und sauber fortgeschafft werden.

Alle bei der Ernte genutzten Behälter müssen sauber und frei von Resten früherer Ernten sein. Werden die Behälter nicht genutzt, müssen sie trocken aufbewahrt werden, ohne Kontakt zu Schädlingen und ohne Zugang für Mäuse/Nagetiere, Vieh und Haustiere.

Eine mechanische Beschädigung des Erntematerials ist zu vermeiden, insbesondere jede Verdichtung des geernteten Cannabismaterials, da sie zu unerwünschten Qualitätsänderungen führen kann. Aus diesem Grund ist darauf zu achten, dass die Erntebehälter nicht überfüllt und die Pflanzen nicht gestapelt werden.

Frisch geerntetes Cannabis muss so schnell wie möglich zur Verarbeitung gebracht werden, um einen thermischen Abbau der Wirkstoffe zu vermeiden.

Die geernteten Pflanzenteile müssen vor Schädlingen, Mäusen/Nagetieren, Vieh und Haustieren geschützt werden. Alle Pflanzenschutzmaßnahmen müssen dokumentiert werden.

Die Mitarbeiter müssen Schutzkleidung tragen; hierzu zählen Haarnetze, Gummihandschuhe und Überschuhe. Die Gummihandschuhe sollten häufig gewechselt werden. Straßenschuhe, Lebensmittel oder Mobiltelefone sind in den Ernte- und Verarbeitungsbereichen nicht gestattet. Bei der Ernte der Pflanzen werden Hygienekittel getragen.


Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zur Werkzeugleiste springen